Die Vassallen der Eliten

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Unsere Welt wird immer deutlicher von der allgemeinen Krise des Kapitalismus geprägt. 
Akut äußert sich diese dadurch, dass sie in kurzer Zeit aufeinanderfolgend in vielen Varianten erscheint. Das auf Sand gebaute Kartenhaus der neoliberalen Global-Player fällt zusammen. Die Bestien im Haifischbecken werden immer bösartiger. Aggressives Gegeneinander um geostrategische Einflusssphären, um Rohstoffe, Energiequellen, Absatzmärkte und billige Arbeitskräfte endet immer mit Zerstörung und Krieg.

Tagesschau 23.01.2016: Abschluss des Weltwirtschaftsforums in Davos

Weltweit erlebten die Börsen den schlechtesten Jahresauftakt seit Jahrzehnten. Fondsmanager haben Milliardensummen abgezogen. Der Ölpreis stürzte unter 30 Dollar pro Fass – dies wiederum nährte die Sorge, dass es noch schlechter um die Weltkonjunktur bestellt sein könnte als befürchtet. Nicht zu vergessen: Die Regierung in Peking bastelt an einem neuen Geschäftsmodell; weg vom Export, hin zum Konsum. Die chinesische Wirtschaft war das Top-Thema in der letzten großen Diskussionsrunde mit IWF-Chefin Christine Lagarde.

Frank Nöthlich: Das Problem der neoliberalen Wirtschaftsideologie ist, dass sie davon ausgeht man könne mit fragwürdigen Wirtschaftstheorien, nicht verifizierbaren Spekulationen und unvollkommenen Berechnungen die Naturgesetze überlisten

Tagesschau: Einmal mehr wurde in Davos spürbar, dass politische Risiken enorme wirtschaftliche Folgen haben können. Wenn in der Europäischen Union die Grenzen wieder dichtgemacht werden, weil einige Länder so den Flüchtlingszuzug begrenzen wollen, dann gefährdet das den Binnenmarkt. Lastwagen und Container, die tagelang festsitzen, kein schöner Gedanke für viele Manager.

Rainer Kahni: Die Eliten dieser Welt versammelten wieder wie in jedem Jahr völlig ungeniert vor der ganzen Weltöffentlichkeit in Davos und berieten, wie es mit ihrer neoliberaler Wirtschaftsideologie weitergehen soll. Es ging wie immer um die Verteilung von Ressourcen, um das Wohlergehen der Banken, den Profit der Industrie und die Umverteilung der Macht. Um dem Ganzen noch den Anstrich zu geben, dass es angeblich auch um die Menschen geht, werden Politiker eingeladen, die ihre Girlanden absondern dürfen. Wohlbemerkt, die Mächtigen dieser Welt laden Volkvertreter ein, nicht die Volksvertreter laden die von niemand gewählten Eliten ein.

Tagesschau: Risiko „Brexit“ – Nicht zu vergessen das Risiko, dass Großbritannien die EU verlassen könnte. „Wollt ihr Eure Spielchen mit dem ‚Brexit‘ jetzt weiter treiben?“, fragte der Moderator den britischen Finanzminister George Osborne. Der machte klar, dass die Mehrheit der Briten gegen einen Austritt stimmen würde, sollte die EU bei den Forderungen aus London einlenken. „Die Mehrheit der Briten wollen zu Europa gehören, aber sie wollen sich nicht bevormunden lassen“, sagt Osborne. Wenn der Premierminister und er mit einem glaubhaften Reformpaket zurückkämen, dann würde das den Ausschlag geben, um für den Verbleib in der EU zu werben.

Rainer Kahni: Wer es immer noch nicht kapiert hat, wer die Macht in der Welt besitzt, ist selbst Schuld. Die Politiker sind die Vasalllen der Eliten! Wehren sich die Bürger gegen den Verlust der Volkssouveränität? NEIN! Das Heulen und Zähneknirschen wird groß sein, wenn sich diese Erkenntnis bis in den letzten Hirnen der Bürger festgesetzt hat. Unsere Kinder werden eines Tages auf unsere Gräber spucken, angesichts unserer Feigheit, unserer Dummheit, unserer Obrigkeitshörigkeit, angesichts des Desasters, das wir ihnen hinterlassen haben.

Frank Nöthlich: Solange die Real-Wirtschaft von der Finanzoligarchie gesteuert und das Wirtschaftswachstum am Wachstum der Geldwerte gemessen wird, können die Gebrechen der profitorientierten Wirtschaftsweise, also die gnadenlose Ausbeutung des Großteils der Menschheit und des Ökosystems Erde, nicht überwunden werden.

Es könnte holprig werden

Frank Noethlich