Menschen als Ersatzteillager für Reiche

Laut der jüdischen Chronologie des Jahres 3761 vor Christus fand die erste Organtransplantation Mitte Oktober statt. Jahwe entnahm im Paradies Adam eine Rippe, um daraus ein Weib zu gestalten. Erst viel später nämlich 1833 nach Christus verpflanzte der Berner Theodor Kocher einem jungen Mann menschliches Schilddrüsengewebe in die Bauchhöhle. 1954 gelang in den USA die erste erfolgreiche Nierentransplantation. 1967 erlangte Christiaan Bernard Weltruhm, als er das erste menschliche Herz verpflanzte. Damit war der Meilenstein für den Organhandel geboren, auch wenn der Empfänger damals nur 18 Tage lebte. 164 Herzen wurden von 1967 bis 1979 verpflanzt, es überlebten nur 20 Empfänger. Bis 2010 waren es 88.023 Herzen, bis heute dürften es zirka 99.000 Herzen sein. Im statistischen Durchschnitt erhalten die Empfänger 10 Jahre an Leben dazu.

Das große Geschäft macht man heutzutage jedoch nicht mit Herzen, sondern mit Nieren: Bis 2012 wurden weltweit über eine halbe Million Nieren verpflanzt. Kein Wunder, berichtet der US-Nachrichtensender CNN, dass der Organhandel der zweit lukrativste Handel weltweit ist – nach den Waffen und noch vor dem Drogenhandel. Was den Markt anheizt, ist die Knappheit der Spenderorgane. Die höchste Gewinnspanne liegt nicht bei verpflanzten Herzen, sondern bei Nieren. Bis heute wurden weltweit eine halbe Million Nieren verpflanzt.

66.000 Menschen erhalten jährlich eine neue Niere, mehr als 20.000 eine Leber und etwa 5.300 ein Herz. Die WHO schätzt, dass noch etwa 10% zusätzliche illegale Organverpflanzungen vorgenommen werden. Diese Einschätzung kann auf keinen Fall der Realität entsprechen, denn nach den Recherchen der UNO werden jedes Jahr mindestens 10.000 Nieren illegal verpflanzt und viele Forscher gehen davon aus, dass es bei mehr als 20.000 illegale Verpflanzungen sind.

Die Beteiligten proklamieren ihre Taten als selbstlos, sie wollen helfen und um jeden Preis überleben, vor allem wenn man über die nötigen Mittel verfügt. Eine Niere kostet 115.000 Dollar. Herz, Leber oder Lunge werden um die 225.000 Dollar gehandelt. Ein illegaler, weltweiter Organhandel unter Ausnutzung hungernder Menschen, die damit sich und ihre Familien ernähren. Zu diesen Ländern gehören: Indien, Afrika, Brasilien, Philippinen, Moldawien, Rumänien und die Ukraine. In China werden ca. 65% aller chinesischen Organe von Hingerichteten entnommen. In den Salzburger Nachrichten im Jahr 2000 konnte man lesen, dass der US-Chirurg Rothmann zu einer Herz-Transplantation nach China eingeladen wurde. Auf seine Frage, ob zum Termin ein Spenderherz verfügbar sei, bekam er die Antwort, man werde eine passende Hinrichtung organisieren. Diese Perversität nimmt kein Ende. In Nigeria fand man eine Babyfabrik. Frauen werden auf Bestellung geschwängert und die Babys werden entweder dem Menschenhandel zugeführt oder unter Narkose ausgeweidet. Danach werden die Leichen verbrannt.

Laut Menschenrechtsorganisationen wie „Hphxician for Human Rights-Israel“, die „New Generation Foundation for Human Rights“ und „The UN Refugee Agency“ sind afrikanische Flüchtlinge auf der Sinai-Halbinsel von Entführungen, Lösegelderpressungen, Folter, Vergewaltigungen und der illegalen Entnahme von Organen betroffen. Die Weltgesundheitsorganisation hat Ägypten als regionalen Knotenpunkt für Organhandel bezeichnet.

Die ägyptische Regierung hat bisher keine Versuche unternommen, diese Verbrechen zu unterbinden. Auf die Anfrage der Linken an die Bundesregierung, ob diese den Verkauf von Organen nach Deutschland oder in andere Staaten der EU ausschließen könne, lautete die Antwort: „Der Bundesregierung liegen keine Informationen vor, die eine solche Annahme nahelegen würden.“ Es ist nicht verwunderlich, dass die BRD kein weiteres Interesse zeigt, denn mit all diesen Ländern betreibt Deutschland als Exportmeister  Außenhandelsabkommen z.B. Ägypten mit 7% und mit China legte die BRD im Jahr 2012 mit deutschen Ausfuhren nach China nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 66,6 Mrd. Euro (+2,7% ggü. Vorjahr); die deutschen Einfuhren aus China 77,3 Mrd. Was interessieren da noch Menschenrechte. Der letzte Besuch unserer Bundeskanzlerin in China war wirtschaftlich erfolgreich, die unsäglichen Missstände im Umgang mit Menschen wurden nicht besprochen. Die Bundeskanzlerin kam mit folgenden Worten zurück: „Wir müssen uns an den besten orientieren!“

Jetzt frage ich Sie: Wie würden Sie entscheiden, wenn Sie die finanziellen Mittel hätten und Ihr Kind durch den Mord an einem gesunden Kind retten könnten?

„Wenn jemand existenziell bedroht ist, sollte er die Möglichkeit haben, sich und seine Familie durch den Verkauf von Organen zu finanzieren“

( Peter Oberender Universität Bayreuth Lehrbeauftragter für den von ihm initiierten Studiengang „Gesundheitsökonomie“ )

Petra Becker