Novus ordo seclorum

Es findet sich auf dem Ein-Dollar-Schein der Ausspruch „In God We Trust“ (Wir vertrauen auf Gott, oder auf den göttlichen Beistand des Vatikans?). Auf der Rückseite befindet sich ein Pyramidenstumpf, der vom „göttlichen Auge“ als Symbol der Schöpfung gekrönt wird. Der lateinische Text „Annuit Coeptis“ bedeutet übrigens „Es nützt unseren Zielen“ – offensichtlich ist damit das Geld gemeint.

Geld nützt also irgendwelchen Zielen irgendwelcher Leute und die drucken das auch noch auf die Dollarscheine im Vertrauen darauf, dass die breite Bevölkerung die lateinische Sprache nicht versteht. „Novus Ordo Seclorum“ (Neue Ordnung der Jahrhunderte, Neue Weltordnung)

Der Adler war das Symbol von Zeus, da er der einzige Vogel war, der in die Sonne blicken konnte. In seinen Klauen hält er Olivenzweige: mit 13 Blättern, als Symbole des Friedens und 13 Pfeilen als Symbole des Krieges. Es finden sich auch 13 sechszackige Sterne auf dem Schein, mit der offiziellen Begründung, dass es sich historisch um 13 Gründungsstaaten der USA handelte. Wenn man aber bedenkt, dass auch die Grundreihe der Pyramide aus 13 Steinen besteht, dann taucht die Zahl 13 – die mystische Zahl der Transformation – erstaunlich oft auf diesem Geldschein auf.

Es wäre müßig und fällt in den Bereich der Verschwörungstheorien, hier noch weitere Spekulationen über die mögliche Bedeutung der Symbolik der Ein-Dollar-Note anzustellen. Doch ich werde das Gefühl nicht los, dass sich hier jemand bei der Verzierung dieses Geldscheins einen Scherz erlaubt hat und uns, die Nutzer auf den Arm nimmt.

Woher kommt das Geld?

Blöde Frage wird sich jetzt ein möglicher Leser denken, dass Geld wird nach Bedarf auf Geheiß der Zentralbank gedruckt und ich bekomme es dann von meiner Bank! Nun, ganz so einfach ist es nicht.

Tatsächliches, reales Geld ist nur zu 5% im Umlauf, also greifbar, das ist das Geld, dass Sie sich von der Bank am Automaten holen können und alles andere, nämlich satte 95% ist Giralgeld! Das heißt, dieses „Vermögen“ besteht nur auf dem Papier, also Buchungsgeld, nicht greifbar und im Grunde gar nicht existent!

Dieses „Geld“ entsteht durch einen lapidaren Buchungssatz, nämlich dann, wenn Sie sich ein Häuschen, ein Auto kaufen, ein Unternehmen aufbauen oder sonstiges. Sie nehmen dann nämlich einen Kredit auf. Das nennt man auch Bilanzverlängerung. Soll heißen:

Der auf der Aktivseite ausgewiesene Wert des Bankkontos wird um den geliehenen Betrag erhöht, d. h. der Aktivsaldo wächst. Die Passivseite wächst gleichermaßen um eine neue Schuld. Aktiv- und Passivseite sind um den gleichen Betrag gewachsen.

Giralgeld ist also Geld, das nur aufgrund eines Buchungssatzes im Computer entsteht und die alleinige Haftung trägt der Kreditnehmer mit seinen Sicherheiten! Dieses „nicht vorhandene“ Geld erhält einen tatsächlichen Wert durch die Sicherheiten des Kreditnehmers. Also, durch Ihr Eigentum!

Ein Wunder! Geld entsteht, das vorher überhaupt nicht vorhanden war. Diesen Vorgang nennt man auch kurioser Weise „Geldschöpfung“!

Nun wundert mich es nicht, dass der Chairman von Goldman Sachs, Mr. Blankfein vor nicht allzu langer Zeit behauptete: „Ich bin ein Banker, ich verrichte Gottes Werk! „Wenn man es von seinem Standpunkt aus betrachtet, hat dieser Mann vollkommen Recht, denn er erzeugt etwas aus dem Nichts!

Nennenswert ist einer der Gründer genau für dieses System, nämlich John Law! (1671-1729)

Die Möglichkeit „Geld aus Luft“ bzw. allenfalls als bedrucktes Papier zu erschaffen beflügelte zahllose Abenteurer, durch diverse Tricks und Manipulationen zu sagenhaftem Reichtum zu gelangen. Im Jahr 1720 stieg er zum reichsten Mann der Welt auf, denn er besaß die Banque Royale, die französische Nationalbank.  Die Unternehmen, die er gründete, besaßen das Monopol für den französischen Handel mit Amerika, Westindien, Indien und dem Fernen Osten – dazu zählte auch der Sklavenhandel. (Logisch)

Der Staat könnte jederzeit bloß bedruckte Zettel in Umlauf bringen und einfach behaupten, die dafür erforderliche Deckung bestünde in den zukünftigen Steuerleistungen seiner Bürger. Die Gelddeckung war damit die Steuerschuld bzw. die Steuerzahlungen der Zukunft. Durch diese bemerkenswerte (oder soll man sagen merkwürdige?) Idee wurde John Law zum „Vater“ des sogenannten fiat money. Dieser Ausdruck stammt von einem lateinischen Bibelzitat ab: „fiat lux“ – „es werde Licht“ („fiat“ bedeutet „es werde“, „lux“ hingegen „Licht“). Banker können also durch die reine „Wortmagie“(heute ein Buchungssatz) : „Es werde Geld“ – Geld erzeugen, in analoger Weise wie Gott aus dem Nichts das Licht erschuf. Und die Banker wissen das ganz genau!

Fällt Ihnen dabei etwas auf?

Law strebte an, mittels so geschaffenen Papiergelds Deflation zu verhindern und Handel und Gewerbe mit hinreichend Liquidität zu versorgen – ein erst im 20. Jahrhundert als geeignet anerkanntes Konzept!

Klingelt es jetzt bei Ihnen?

Ich fürchte diese Notiz, wird lang, ich gebe wirklich mein bestes um diese perversen Strukturen so kurz möglichst ohne viel Banksterjargon darzustellen. Also weiter:

Die Zinsen!

Auf einer Insel wohnen zehn glückliche Menschen, die dort zufrieden arbeitsteilig und kooperativ, also ohne Wettbewerb, wirtschaften.

Eines Tages landet dort ein Banker, der in einem Sack 100 Goldstücke mit sich führt. Er sieht, dass die Menschen auf der Insel gelegentlich Waren und Dienstleistungen miteinander tauschen und erklärt ihnen, wie hoffnungslos rückständig sie wären und schlägt ihnen schließlich Folgendes vor:

Er leiht jedem von ihnen 10 Goldstücke für die Dauer eines Jahres, zu einem Zinssatz von 10%. Nach einem Jahr sollen sie den Kredit und die Zinsen an ihn zurückzahlen, in der Zeit bis dahin können sie seine Goldstücke als Geld verwenden. Es müsste eigentlich sofort auffallen, dass der Banker nach einem Jahr von den Einwohnern der Insel 110 Goldstücke (100 + 10%) verlangen wird, obwohl er ihnen nur 100 zur Verfügung gestellt hat.

Da niemand außer ihm über Goldstücke verfügt, er also das Monopol auf die Geldschöpfung besitzt, können die Menschen die für die Zinsen erforderlichen Währungseinheiten auch sonst nirgendwo beschaffen.

Wie können die Menschen nun aber dennoch ihre Verträge mit dem Geldverleiher erfüllen?

Dafür gibt es nur zwei Lösungen: Entweder einer von ihnen muss seine 10 Goldstücke an die 56anderen neun Mitbewohner verlieren, d.h. insolvent werden, damit diese ihre Tilgungen und Zinsen bezahlen können, oder die Menschen müssen zur Bezahlung ihrer Zinsen abermals einen Kredit beim Geldverleiher aufnehmen und geraten so immer mehr in die Abhängigkeit von diesem.

Die erste Variante, der Konkurs eines bzw. einiger Wirtschaftsteilnehmer (damit die anderen ihre Zinsen begleichen können), besitzt in der freien Marktwirtschaft einen speziellen Namen: „gesunder Wettbewerb“.

Tatsächlich existiert Konkurrenz in unserem Wirtschaftssystem ausschließlich deshalb, weil die Banken Schuldgeld, also ungedecktes Geld, welches immer nur zugleich mit einer Schuld erzeugt wird, gegen Zinsen verleihen.

Cui bono?

Dieses System nutzt den Politikern wie den Banken gleichermaßen, so ist es eine logische Schlussfolgerung, dass diese Intuitionen, verzeihen Sie mir meine direkte Ausdrucksweise, sich einen Scheißdreck um das Wohl der Bürger, oder besser, der Menschen kümmern.

Es werden immer nur die Lobbyisten gewinnen und Sie, ja genau Sie, werden zahlen und haften mit Ihrer Arbeitsleistung, mit Ihrem Eigentum für diese!

Mit diesem System wird die Welt nicht besser werden, dieses System wird niemals alle Menschen der Erde ernähren können, dieses System sorgt weiter für die unsäglichen Missstände auf unseren Planeten!

 

„Papiergeld kehrt früher oder später zu seinem inneren Wert zurück – Null.“

Voltaire (1694 – 1778)

 

Petra Becker

 

In Zusammenarbeit und Unterstützung : Prof. Hans Hörmann